Olympische Sommerspiele 2016 in Rio de JaneiroIOC entscheidet sich erstmals für Austragungsort in Südamerika
Mit Tokio, Chicago, Madrid und Rio de Janeiro waren vier Bewerber im Topf um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2016. Den Zuschlag bekam überraschend Rio.
Aller guten Dinge sind drei. Mit der dritten Bewerbung für die Austragung der Olympischen Sommerspiele hatte Rio de Janeiro Erfolg. Die brasilianische Metropole an der Copacabana ist vom 5. bis 21. August 2016 der erste südamerikanische Gastgeber der Olympischen Geschichte. Rio hatte sich bei der Wahl Anfang Oktober in Kopenhagen im zweiten Wahlgang überraschend deutlich mit 66:32 Stimmen gegen die spanische Hauptstadt Madrid durchgesetzt, nachdem zuvor bereits der Favorit Chicago und Tokio aus dem Rennen waren. Bei den vorherigen Bewerbungen für die Sommerspiele 2004 (Athen) und 2012 (London) waren die Brasilianer noch frühzeitig gescheitert. Diesmal hat sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) für Rio de Janeiro entschieden und damit dafür gesorgt, dass Brasilien mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und den Sommerspielen innerhalb von zwei Jahren Gastgeber der beiden bedeutendsten Sportveranstaltungen der Welt ist. Olympisches Dorf im Westteil von Rio de JaneiroFür die ersten Olympischen Spiele auf südamerikanischem Boden haben die Brasilianer ein ehrgeiziges und vor allem ein teures Konzept vorgelegt. Eingeplant sind im Vorfeld insgesamt zehn Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen – mehr als die anderen drei Bewerber in ihren Konzepten eingeplant hatten. Das „Olympische Projekt“ in Rio umfasst unter anderem den Bau eines olympischen Dorfes im Westteil Rios und die Erweiterung der Uferpromenaden an einem See mit einem eigenem Strand für die Sportler. Außerdem sollen der internationale Flughafen von Rio de Janeiro und das gesamte Straßennetz ausgebaut werden. Insgesamt sollen bei den Olympischen Spielen 33 Sportstätten zum Einsatz kommen. Da bereits im Jahr 2007 die Panamerikanischen Spiele in der brasilianischen Metropole stattfanden, sind bereits 19 Sportstätten fertiggestellt. So entstanden damals bereits ein Leichtathletikstadion (João Havelange Stadium), eine Sporthalle für Basketball und Turnen (Rio Olympic Arena), ein Schwimmstadion (Maria Lenk Aquatic Parc) und ein Velodrom für Bahnradsport. Beim alle vier Jahre stattfindenden Kräftemessen der amerikanischen Sportler trafen 5.500 Athleten aus 43 Ländern in 28 olympischen Sportarten aufeinander. Eröffnungs- und Abschlussfeier im Maracana-StadionBereits für die Fußball-Weltmeisterschaften 2014 soll das Maracana-Stadion, das mit einem Fassungsvermögen von 92.000 Zuschauern das größte Stadion Südamerikas ist, umgebaut werden. Ab Januar sollen dafür noch einmal 135 Millionen Euro investiert werden. Hier sollen 2016 neben der Eröffnungs- und Schlussfeier auch die Finalspiele der beiden Olympischen Fußballturniere stattfinden. Probleme: Geringe Hotelkapazität und hohe KriminalitätAufgrund der geringen Hotelkapazität sollen während der Olympischen Spiele 2016 neben den drei Dörfern für Athleten, Journalisten und Sportfunktionäre auch die Kabinen von Kreuzfahrtschiffen als Unterkünfte genutzt werden. So sollen etwa 8.500 zusätzliche Betten geschaffen werden. Ein großes Problem ist allerdings die hohe Kriminalitätsrate in Rio de Janeiro. Schießereien zwischen Polizisten und Drogenbanden in den Armensiedlungen gehören in der zweitgrößten Stadt Brasiliens zum Alltag.
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